Ich lese aus ihrem Gesicht

Ein Gespräch während einer Mathestunde, 5. Klasse

S: „Ich lese aus ihrem Gesicht, wie viel Hausaufgaben sie uns heute geben wollen… Es wird gerade sogar immer mehr…“

L: „Wieso das denn?“

S: „Sie grinsen immer breiter, je mehr sie grinsen, umso mehr Hausaufgaben geben sie uns auf!“

GameGrid

Prinzipiell mag ich Entwicklungsumgebungen wie Greenfoot https://www.greenfoot.org/door . Ich denke, dass diese dabei helfen können

a) Die Motivation der Schüler zu steigern

b) Ein Verständnis über den Zusammenhang von Klassen und Objekten zu fördern

Leider hat sich bei mir die 3er Version von Greenfoot als nicht stabil genug herausgestellt. Am Ende waren die Schüler hauptsächlich frustriert, da ihr Programm oft abstürzt. Außerdem ist die Fehlersuche -einer der Kernelemente des Programmierens- in Greenfoot wirklich schlecht gelöst.

Eclipse hat sich bei ersten Versuchen schonmal als bessere Alternative bewiesen. Zwar müssen die Schüler zunächst mal mit einigem Overhead klarkommen, wenn dieser aber aus dem Weg geräumt wurde hat man die Vorteile einer mächtigen Entwicklungsumgebung auf seiner Seite. Insbesondere die inkrementelle Fehlersuche erfüllt im schulischen Umfeld auch eine didaktische Funktion, da die Schüler direktes Feedback auf ihre Aktionen erhalten und nicht warten müssen, bis sie auf compilieren gedrückt haben. Dennoch vermisste ich zunächst die Vorzüge von Greenfoot, bis mir folgende Alternative ins Auge fiel:

http://www.java-online.ch/gamegrid/index.php

GameGrid ist ein Framework zum Programmieren von Spielen, dass sehr stark an Greenfoot erinnert. Es gibt hier aber keine graphische Entwicklungsumgebung, sondern die Programme können in jeder Umgebung geschrieben werden, die man bevorzugt (z.B. Eclipse). Alternativ gibt es auch einen Online-Editor, mit dem man Programme direkt bearbeiten kann. Man findet online auch eine Android-Version, so dass es mit dem Online-Editor ohne weiteres möglich ist, auch Android-Spiele mit GameGrid zu entwickeln.

Sowohl die Syntax als auch die Menüleiste bei einem neu erstellten Spiel erinnern extrem stark an Greenfoot

gameGrid

Jeder Actor verfügt wie bei Greenfoot über eine act()-Funktion, die nach einem Klick auf Run in einer Endlosschleife ausgeführt wird, Grafiken und Sounds können ohne größere Schwierigkeiten hinzugefügt werden.  Nicht nur Spiele in einem Grid, sondern auch Pixel-basierte Spiele sind möglich (Mein erstes Spiel handelte von einer Rakete, die Meteoren ausweicht).

Bei meinen ersten Experimenten bin ich auch auf einige Grenzen gestoßen. die Umgebung ist daher nicht für Personen geeignet, die sich tiefer in die 2D-Spieleentwicklung vertiefen wollen. Für schulische Zwecke halte ich sie aber sehr geeignet.

Aus diesem Grund habe ich mal eine allererste Version von „GameGridCards“ erstellt, mit denen die Schüler mit Gamegrid+Eclipse relativ selbstständig erste Projekte erstellen können. Ich stelle diese zur Verfügung (mit dem Hinweis, dass diese sicher noch an einigen Stellen Arbeit benötigen).

GameGridCards

Eclipse+Windowbuilder

Greenfoot war ich aufgrund der Bugs leid ( https://itteaching.wordpress.com/2017/04/25/greeps/), der Java-Editor (http://javaeditor.org/doku.php) hat mich im ersten Durchlauf auch noch nicht vollends überzeugt, läuft außerdem nur unter Windows, was meiner Meinung nach ein Riesen-Nachteil ist (Hausaufgaben? Nur auf Windows-Rechnern möglich).

Mein neuester Versuch: Eclipse+Window-Builder.

Eclipse ist eine der besten IDEs auf den Markt und wird auch von Profis verwendet. Für meine Schüler habe ich eine Portable-Version gewählt und dieses mit einer portablen Java-Version kombiniert. Auf diese Weise spart man sich das setzen von PATH-Variablen und ähnlichen Fallstricken. Wie jeder GUI-Builder hat auch dieser so seine Tücken (so wäre es praktischer, wenn die Variablen für die einzelnen Fensterelemente komplett zuerst definiert würden, so muss man gelegentlich Code schieben), dafür bekommt man mit Eclipse auch inkrementelle Fehlerüberprüfung geschenkt, was ein Riesenvorteil ist und auch aus didaktischer Perspektive Sinn macht.

eclipse

Greeps

Insgesamt war ich enttäuscht von Greenfoot ( https://www.greenfoot.org/door ): Zwar ist die IDE schön, die Idee mit den Miniwelten toll, aber in den letzten Monaten sind meinen Schülern so viele Greenfoot-Bugs begegnet, das alle nur noch genervt waren. Vielleicht war es auch ein Fehler auf die 3er Version zu setzen.

Dennoch gab es ein Highlight:  In der Greeps Miniwelt ( https://www.greenfoot.org/competition/greeps/ ) müssen Aliens Tomaten einsammeln, die Teams traten gegeneinander an und konnten auf 3 Karten ihre Greeps trainieren, während auf den restlichen Karten dann der Sieger ausgetragen wurde: https://www.greenfoot.org/competition/greeps/ . Alleine für diese Miniwelt hat sich Greenfoot dann doch gelohnt. Im Greenroom gibt es übrigens einen Nachfolger, vielleicht probiere ich diesen mal aus…

greeps

App-Inventor

Der MIT-App Inventor ist hier zu finden http://appinventor.mit.edu/explore/ und ist eine großartige Software. In einem 1-Tag Kurs haben die Schüler ein Malprogramm entwickelt, dessen Hintergrund per Handy-Foto aufgenommen werden konnte. Am Ende durften die Schüler ihr Programm weiterentwickeln. Die Begeisterung war sehr groß, als eine Schülerin herausfand, wie man das Programm via What’s App mit seinen Freunden teilen kann.

Das folgende GIF zeigt, wie einfach es ist, die Kamera des Handys zu verwenden:

12 camera

Ein paar Details zur Umsetzung:

Ich habe nicht die App AICompanion verwendet, sondern die Schüler haben fertig programmierte Apps direkt per QR-Code auf ihr Handy aufgeladen. Daher konnte ich mit meinem Handy ein eigenes WLAN aufspannen. Da man für die Entwicklung Google-Accounts benutzt, habe ich vorher einige anonymisierte Accounts erstellt.

Shortcuts Word-Formeleditor

Vorbereitung

Zunächst muss man unter Datei->Optionen->Menüband anpassen->Tastenkombinationen eine Tastenkombination einstellen mit der man eine neue Formel einfügen kann. (Achtung: Bei mir war die Kategorie Registerkarte Einfügen zweimal vorhanden und nur in dem zweiten Bereich fand ich das Einfügen von Formeln)

formel

Formatierungen

Werden durch Leertaste hinzufügt:

  • 4 / 5 Leertaste wird zum entsprechenden Bruch
  • 4^5 Leertaste wird zu 4 hoch 5
  • 4_5 Leertaste wird zu 4 mit Index 5

Onlyoffice -Eine Alternative zu MS-Office?

Wie im letzten Beitrag erwähnt benutze ich Windows, hauptsächlich weil MS-Office in einer anderen Liga spielt als Openoffice bzw. Libreoffice und ich mit den Lösungen über Wine/Virtualbox niemals wirklich glücklich geworden bin. Sollte es aber einmal eine Office-Version geben, die Microsoft Office ablöst, würde die Sache sofort wieder ganz anders aussehen.

Heute habe ich mir Onlyoffice installiert. Onlyoffice besticht durch ein aufgeräumtes Interface, kann kostenlos heruntergeladen werden und steht inzwischen sogar unter einer Open-Source Lizenz. Über die wichtigsten Funktionen (Vorlagen, Formeln) verfügt es allerdings. WPS Office war bei mir erst vor einiger Zeit vom Rechner geflogen, weil der Formel-Editor für mich als Mathematiklehrer unverzichtbar ist.

Hier mal meine ersten Erfahrungen

Formeln:

onlyoffice

Prinzipiell kann man Formeln hinzufügen. Dies ist nicht ganz so komfortabel wie bei MS, da man jedesmal sich jedesmal durch die Untermenüs quälen muss, Shortcuts der Form \sqrt(3) funktionieren (noch) nicht. Die Online Hilfe ist allerdings durchaus nutzbar: https://helpcenter.onlyoffice.com/onlyoffice-editors/onlyoffice-document-editor/usageinstructions/insertequation.aspx

Was mir zur Zeit fehlt ist die Möglichkeit Dokumentenvorlagen zu speichern. Abgesehen davon wirkt das Programm zwar sehr reduziert aber ansonsten funktional, allerdings mehr wie ein Konkurrent zu Google-Docs als ein echter Microsoft-Office Konkurrent. Mehr Infos folgen, falls ich das Programm weiter benutzen sollte.

Ubuntu 18.04 erscheint mit GNOME

Zur Zeit benutze ich zwar mal wieder Windows (Office sei dank), aber es wird sicherlich nur eine Frage der Zeit sein, bis ich mal wieder auf Linux umsteige.

Da freut es mich zu hören, dass Mark Shuttleworth angekündigt hat von Unity auf Gnome zu wechseln. Gnome ist meiner Meinung nach die beste Linux-Desktop Umgebung und erhält auf diese Weise massive Unterstützung.

Brandbrief zum Mathematikunterricht – Reaktionen

Im Folgenden eine Übersicht auf die unterschiedlichen Reaktionen auf einen von 130 Professoren, Dozenten und Lehrern veröffentlichten Brandbrief, der die Studierfähigkeit der jetzigen Absolventen anzweifelt:

Neutral

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/mathematik-professoren-beklagen-fehlendes-schuelerwissen-a-1139881.html

– http://www.tagesspiegel.de/wissen/streit-um-den-matheunterricht-mathe-richtig-durchdringen/19593046.html

– http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.studierende-scheitern-an-mittelstufenaufgaben-stuttgarter-unis-kaempfen-gegen-matheluecken.62ac0862-5cb6-4c1a-adee-4c53216e3753.html

Befürworter
http://www.danisch.de/blog/2017/03/23/gurken-mathematik-und-so/
http://www.tagesspiegel.de/berlin/brandbrief-zum-mathematikunterricht-deutschland-verrechnet-sich/19558664.html
https://bildung-wissen.eu/fachbeitraege/schule-und-unterricht/mathematik-brandbrief-gegen-bildungsstandards.html
http://afd-fraktion-sachsen.de/presse/pressemitteilungen/bildungsmisere-brandbrief-von-professoren-und-lehrern-kommt-zu-spaet.html
http://www.feuerwaechter.org/2017/03/aufstand-der-mathelehrer/

 

Kritik

https://www.jmwiarda.de/2017/03/23/bitte-an-die-fakten-halten

– http://www.tagesspiegel.de/downloads/19590132/1/mathematiker-distanzieren-sich-vom-mathematiker-brandbrief.pdf

– http://www.sueddeutsche.de/politik/gastkommentar-mehr-gauss-weniger-goethe-1.3455512#redirectedFromLandingpage

Welche Informationen interpretiert man aus Statistiken?

Während die Zeit aus der PISA Studie den Erfolg des finnischen Bildungssystems in Zweifel stellt [1], kritisiert der Schweizer Lehrerverband die Studie 2015 stark und zweifelt aufgrund der Umstellung von Papier auf Computer die Vergleichbarkeit mit früheren Studien an [2] .

Diese Kritik wurde vom Schweizer Lehrerverband geäußert obwohl die Schweizer bei der PISA Studie herausragende Mathematikleistungen zeigten (und das sogar trotz der Tatsache, dass in den Schweizer Mathematikbüchern auf jeder Doppelseite ein neues Thema präsentiert wird, wie jüngst ein Brandbrief von deutschen Professoren an unserem Schulsystem kritisierte  [3])

Fazit: Man sollte generell etwas vorsichtig sein, welche Schlüsse man aus solchen internationalen Vergleichsstudien zieht.

[1]: http://www.zeit.de/…/finnland-bildung-schulen-pisa-studie-s…

[2] https://www.nzz.ch/…/pisa-studie-2015-schweizer-15-jaehrige…

[3] http://www.tagesspiegel.de/dow…/19549926/2/offener-brief.pdf